Wie geht man mit schwierigen Azubis um?

So, ich möchte euch heute mal wieder eine Geschichte aus meinem beruflichen Alltag erzählen. Seit zwei Wochen haben wir neue Auszubildende bei uns im Unternehmen und wie immer ist aller Anfang schwer. Es treffen mal immer wieder zwei Generationen und die unterschiedlichsten Menschen aufeinander. Es ist häufig nicht ganz einfach mit jungen Erwachsenen umzugehen, auch deshalb, da viele die Ausbildung nicht ernst nehmen oder nur deshalb eine Ausbildung anfangen, um irgendetwas zu tun. Ich möchte allen Ausbildern einige Tipps mit auf den Weg geben, wie man mit schwierigen Azubis umgeht.

Mal wieder alles dabei

Ich bilde immer Gruppen von circa fünf bis zehn Azubis in der Gartenpflege Hamburg aus. Viele von ihnen nehmen die Ausbildung von Anfang an ernst, andere wiederum sehen in mir einen Vorgesetzten, der ihnen vorschreiben möchte, wie sie ihr Leben zu führen haben. Auch dieses Mal habe ich solche Kandidaten dabei – Hendrik und Janine. Hendrik hatte die Schule mit sechzehn Jahren geschmissen und seine letzte Ausbildung abgebrochen. Er ist sehr frech mir gegenüber und passt sich dem Unternehmen leider nicht an.

Janine ist anders, sie möchte ihre Ausbildung zwar absolvieren und später sogar einen Job bei uns annehmen, ist allerdings völlig abwesend. Sie unterhält sich ständig mit anderen Azubis und lenkt diese ab oder erzählt von ihren Partys. Erst gestern hatte sie sich beispielsweise den ganzen Tag mit anderen Mädchen darüber unterhalten, wie sie sich eine Haarverlängerung online bestellt hat. Nun gut, man muss damit fertig werden, doch wie?

Was tun, wenn der Azubi Ärger macht?

Also grundsätzlich hat man drei Möglichkeiten. Zum einen kann man den Auszubildenden natürlich kündigen – sofern keine Möglichkeiten bestehen, diesen zur Vernunft zu bringen. In der Probezeit ist dies noch kein Problem, nach der Probezeit benötigt man jedoch einen schwerwiegenden Kündigungsgrund. Eine weitere Möglichkeit ist es, den Azubi bis zum Ende der Ausbildung zu ertragen und sich nicht weiter mit diesem auseinanderzusetzen, eine Übernahme steht natürlich nicht in Frage. Die meiner Meinung nach einzige Möglichkeit ist es, sich mit dem Azubi zu beschäftigen und die Konflikte zu lösen, um diesem jungen Menschen einen guten Abschluss zu ermöglichen und um sich in einem Unternehmen etablieren zu können.

Eine Lösung finden

Bei der Führung junger Menschen ist viel Sensibilität nötig. Im Gespräch mit dem Auszubildenden sollte man seine Position offen darlegen und klar und direkt sagen, was einem an ihm bzw. ihr stört und welche Veränderung man sich von dem Auszubildenden wünscht. Man darf dem Azubi auch sagen, was einem bewegt. In diesem Schritt sollte man sich auf keinen Fall provozieren lassen, sondern unbedingt sachlich reagieren. Es ist häufig nicht einfach, eine solche Konfliktsituation auszuhalten und das Unterbewusstsein meldet sich zu Wort. Man sollte dennoch die Ruhe bewahren und sich selbst kontrollieren.

Dann liegt es daran, mit dem Azubi zu verhandeln. Vereinbarungen sollten schriftlich festgehalten werden, sodass es später nicht zu unterschiedlichen Deutungen kommt. Dabei sollte man realistisch bleiben und nichts vereinbaren, auf was man sich selbst nicht einlassen kann. Außerdem gilt es darauf zu achten, so früh wie möglich zu handeln, um Eskalationen zu vermeiden und den Konflikt einfacher zu lösen.

Damit erst gar keine Probleme entstehen

Man muss den Azubis zuhören und sich im Gespräch auf Augenhöhe begeben, um somit das Vertrauen gewinnen zu können. Hat man dies erst erreicht, so kann man sich hier sicher sein, dass diese das Vertrauen nicht ausnutzen, sondern einen als Ausbilder respektieren. Frische Azubis schätzen meiner Erfahrung nach Menschen, an welchen sie sich orientieren können und ihnen Vorbilder sind. Wer klare Standpunkte vertretet und offen kommuniziert, sich Zeit für die jungen Menschen nimmt, diese akzeptiert und achtet, kann davon nur profitieren. Dieser Vertrauensaufbau schafft die Grundlage, um auch mit möglicherweise auftretenden Problemen umgehen zu können.